„Ein Spieler mit riesigem Potenzial“

Volleyball – Ahmed Zukic geht erst seit vier Jahren ans Netz, ist aber schon Leistungsträger bei Drittligist TGR II

Bärenstark am Netz ist Ahmed Zukic (links, hier gegen Fabian Buchholz und Christian Bär von Eintracht Wiesbaden) von Volleyball-Drittligist TG Rüsselsheim II. Sein Coach Raimund Jeuck vermutet, dass der 22-Jährige absehbar der Topspieler des Teams wird. Archivfoto: Uwe Krämer

 

Zusammen mit Steffen Jungbluth sorgt der 22-Jährige für die meisten Punkte im Angriff und hat entscheidenden Anteil daran, dass die zweite TG-Mannschaft als Aufsteiger im Mittelfeld der dritthöchsten Klasse steht. „Ahmed ist ein Spieler mit einem riesigen Potenzial“, sagt Trainer Raimund Jeuck, „vor allem seine Abschlaghöhe ist enorm. Gerade in der letzten Saison hat er sich noch einmal sehr stark entwickelt und uns das ein oder andere Spiel gewonnen.“
Der 1,98 Meter große Außenangreifer gibt das Kompliment gern zurück: „Das Training ist klasse bei Raimund. Dadurch habe ich große Fortschritte gemacht.“ Bis zum Saisonbeginn hat er zudem anderthalb Jahre zusätzlich bei der von Luis Ferradas betreuten ersten Mannschaft mittrainiert, was seine Entwicklung ebenfalls beschleunigt hat.

Interessant ist jedoch, dass Ahmed Zukic erst spät, nämlich mit 18, zum Volleyball kam. „Davor habe ich acht Jahre beim VfR Groß-Gerau Fußball gespielt und auch mal ein halbes Jahr Basketball ausprobiert. Dann hat mich ein Freund überredet, in der Schule eine Volleyball-AG zu besuchen.“ Diese wurde am Groß-Gerauer Prälat-Diehl-Gymnasium von Josef Kron vom FC Leeheim geleitet, der sofort das Riesentalent des gebürtigen Kölners erkannte und ihn zu seinem Verein brachte.
Nach zwei Jahren wechselte Zukic zur TG Rüsselsheim, die mit den Leeheimern damals zusammenarbeitete. „Als Ahmed in der Saison 2010/11 in unsere Bezirksoberliga-Mannschaft gekommen ist, hat er richtig angefangen zu trainieren. Er war da nicht zu stoppen“, freute sich Raimund Jeuck über einen derart starken Neuzugang. „Zwangsläufig kam der Aufstieg in unsere Regionalliga-Mannschaft. Und auch dort ist er eingeschlagen wie eine Granate. Ich hoffe, er entwickelt sich noch etwas in der Annahme und natürlich auch psychisch mit mehr Stabilität im Kopf. Dann wird er der Topspieler der Mannschaft.“
Ein Führungsspieler sei Ahmed Zukic aber nicht, meint der Trainer. Und auch keine Stimmungskanone. Womit das derzeitige Manko des Drittligateams angesprochen wäre. „Denn es fehlt uns einer, der alle mitziehen kann“, weiß Zukic selbst. Nach dem Weggang von Olivier Segre, der in seine französische Heimat zurückgekehrt ist, mangele es seinem Team an einem Leader, der Stimmung macht und seine Mitspieler in kritischen Phasen aufrütteln kann.
Steffen Jungbluth hat mit seiner Bundesligaerfahrung natürlich die spielerische Klasse dafür. Doch auch er ist für eine ruhige Art bekannt. Dazu kommt eine dünne Personaldecke, so dass in schwierigen Situationen keine großen Wechselmöglichkeiten bestehen. „Und Steffen ist unser einziger erfahrener Spieler. Uns anderen fehlt da noch ein bisschen die Erfahrung und Cleverness“, so Zukic.
Auch wenn er mit seiner Mannschaft zum vorletzten Platz bei 8:14 Punkten nach elf Spieltagen nur zwei Zähler Vorsprung aufweist, macht er sich um den Klassenerhalt aber keine Sorgen. „Da werden wir noch genug Spiele gewinnen“, ist der angehende Fachinformatiker sicher. „Wir haben uns ja alle weiterentwickelt und haben noch viel Potenzial.“
Allerdings gelte es jetzt in der Winterpause, „den Kopf freizukriegen“, denn zuletzt vier Niederlagen in Folge haben Spuren hinterlassen. Gerade das 0:3 in Aalen, aber auch die Niederlage in Stuttgart hängen Zukic nach. Die Rückspiele will der in Mainz und Groß-Gerau aufgewachsene Zweiundzwanzigjährige, dessen Eltern 1986 aus Bosnien-Herzegowina nach Deutschland kamen und dessen jüngere Schwester Ajla ebenfalls bei der TG spielt, daher auf jeden Fall gewinnen.
Außerdem hofft er, gleich beim ersten Einsatz im neuen Jahr am 12. Januar (Samstag) um 17.30 Uhr in der Heinemann-Halle gegen den zwei Plätze besser stehenden Tabellenfünften TV Rottenburg II den 3:2-Sieg aus der Hinrunde wiederholen zu können.
Ahmed Zukic kann sich durchaus vorstellen, es mal eine Klasse höher zu versuchen. „Ich würde gern wissen, ob und wie gut ich in der Zweiten Liga mithalten könnte und wie weit ich mich noch steigern kann.“

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